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Bei Kindern und Besuch wird der Traumhund zum Problem....

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  • Erstellt am: 07.04.2011 15:13
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07.04.2011
15:13

Tina

Tina

2 Beiträge

Mitglied seit: 4/2011

Bei Kindern und Besuch wird der Traumhund zum Problem....

Hallo allerseits!

Mein Name ist Christiana (40), ich lebe mit meiner Familie (Stefan 38, Anna 5 und Eike 4) im Sauerland.

Wir haben vor ein Paar Monate unseren Hundewunsch erfüllt indem wir eine Jack-Russel-Terrier Misch-Hündin vom Bauernhof zu uns genommen haben. 

Die Mutter war eine " Retriever-Ähnliche" Hündin, und der bis dahin unbekannte Vater ein Jack Russel. Wir wussten auch nicht, dass unsere Filou sehr sehr viel von Jack Russel hatte.

Wir haben sie mit ungefähr 13 Wochen zu uns geholt. Sie war schon mal für eine Woche an ein kinderloses Ehepaar mit einer Katze vermittelt und zurückgegeben worden. Uns wurde für die Rückgabe der Grund genannt (die Katze hätte sich mit dem Hund nicht verstanden und das Paar fühlte sich dadurch überfordert).

Sie ist jetzt 10 Monate alt. Sie ist sehr intelligent, lebhaft und anhänglich. Gehorcht echt aufs Wort und geht problemlos ohne Leine im Wald spazieren. In der Stadt üben wir momentan "bei Fuß" an der Leine und das klappt jedes Mal besser. Sie geht schon zur Seite wenn man "Auto" sagt, und viele andere Kommandos beherrscht sie auch schon. 

Sie hat von Anfang an durchgeschlafen, war schnell stubenrein und bettelt nicht am Tisch. Sie genießt das Autofahren und kann problemlos im Auto warten falls man nochmal was schnelles erledigen muss ( ich meine ein paar Minuten und ECHT nur wenn es nicht zu heiss oder zu kalt im Auto ist!), bleibt alleine 3 bis 4 Stunden zuhause (wir waren nie länger als 3 Stunden weg, sonst nehme ich sie immer mit), lässt sich problemlos waschen und föhnen und wenn sie ausgelaufen ist (40min bis 1 St. am Tag gehen wir morgens spazieren mit viel Stöckchen werfen und andere Spielen) ist sie die liebste und ausgeglichenste Hündin, die man sich wünschen kann. 

Sie versteht sich prima mit anderen Hunden, groß und klein, Männchen oder Weibchen. 
Katzen läuft sie hinterher. Hühner hat sie auch ein Mal gejagt, aber jetzt wissen wir das und in der Nähe von Hühner und Katzen reicht es schon wenn man "nein" sagt.

Da sie allein Pipi machen darf ( wir wohnen direkt am Waldrand und das ist sehr praktisch) mache ich ihr die Tür auf und hin und wieder geht sie allein auf Entdeckungstour, aber sobald ich pfeife, kommt sie sofort wieder zurück. Also, auch das klappt prima.


In anderen Worten, fast alles läuft wunderbar.

Der Hacken: zuhause, wenn wir Besuch kriegen, bellt sie, die Haaren am Nacken gehen ganz hoch. Danach versteckt sie sich untern Tisch oder irgendwo anders, aber lässt sich auf keinen Fall anfassen. Sie reagiert sehr ängstlich und aggressiv wenn man sie räumlich drängt (in den man einfach weiterläuft in ihrer Richtung, z.B.).
Wir hatten Mal Besuch, der hier übernachtet hat. Sobald die "Fremden" sich im Haus bewegt haben (z.B. nachts zur Toilette gegangen), hat sie angefangen bei mir im Schlafzimmer zu bellen. Ich habe einen Schreck nach dem anderen gekriegt!
Außerdem, wenn sie draußen in der Nähe vom Haus ist, läuft sie auf die Leute zu und bellt sie an. In dieser Situationen das funktioniert Kommando "Ruhe" nicht.

Und bei Besuchskindern besteht das größte Problem: sie schnappt, sobald ein Kind sich nähert oder die Beine in ihrer Nähe streckt (angenommen sie ist unterm Tisch). Obwohl ich sie bestraft habe (laut schimpfen, packe sie am Nacken und werfe sie am Boden, 2 bis 3 Sekunden und dann lasse ich los, was ich schon für eine harte Strafe halte) hat sie leider das schon bei 3 Kindern gemacht. Wie ihr euch sicher gut vorstellen könnt, habe ich wirklich auf sowas noch ein Mal keine Lust....

Bei unseren Kindern hat alles sehr gut geklappt bis gestern...
Abgesehen davon, das Kinder und Hund aufm Boden öfters spielen, toben und ringen und da kann Mal passieren, dass eine Pfote aus Versehen getreten wird oder in "Kampf" für ein Bällchen oder Spielzeug der Hund die Hand oder Arm des Kindes "mit dem Maul zieht" (Hunde haben eben nur das Maul!), ohne weitere Konsequenzen für beide Spielkameraden. Gestern hat sie meine Tochter gebissen, nur weil sie die Hundedecke wieder ins Körbchen legen wollte. Und kurz danach meinen Sohn angeknurrt, weil er ihr "im Weg" stand und wollte sie beim gehen anfassen. 
Mein Mann war gerade dabei und hat mit ihr geschimpft ("pfui" )und aus Reflex ihr einen Klaps aufn Po gegeben. Sie merkte sofort, dass sie Mist gebaut hatte und ging dann bei uns unter das Bett. Wir haben sie dann den ganzen Abend ignoriert und sie hat es schon gemerkt, dass wir es ernst nehmen. Aber heute ging sie wieder auf meine Tochter los, weil das Mädchen irgendeine plötzliche Handbewegung in der Anwesenheit der Hündin gemacht hat. 

Als sie hierhin gekommen ist, hat sie unsere Kinder schon ein paar Mal angeknurrt, aber ich habe das verstanden, als wollte sie ihre Ruhe haben, denn Welpen werden schnell müde und haben irgendwann keine Lust mehr zu spielen. Die Kinder haben sie dann sofort in Ruhe gelassen (beim Fressen übrigens auch, inklusive man darf sich ruhig annähen wenn sie frisst, sie bleibt ganz ruhig) und in der Tat, mit der Zeit spielte sich das ein und Kindern und Hund waren ein "Team". Umso weniger verstehe ich diese "neue" Reaktionen.

Ich weiß, dass Jack-Russel manchmal nicht richtig kinderlieb sind und erwachsenen Menschen bevorzugen(im Nachhinein ist man immer schlauer... Leider wusste ich das nicht bei dem Zeitpunkt, als wir sie geholt haben...), und sicherlich spielt es eine große Rolle die Tatsache, dass die Hündin gar keinen Kontakt mit Kindern in der ersten Zeit hatte. Der Bauer war ledig und lebte allein, er kam mittags und abends rein, wo die Hündin und Welpen waren (bei ihm zuhause), hat saubergemacht, der Mutter etwas Auslauf und Gassi erlaubt und ging dann wieder.

Die Tierärztin, die unsere Filou geimpft hat, sagte, sie kennt noch eine Hündin aus diesem Wurf und sie wäre genau so ängstlich und würde sehr schlecht fressen und sehr oft brechen. Bei uns passiert das nicht, nur die Angst hat sie.

Es kommt noch dazu, dass sie vor kurzen heiß war und jetzt hat sie vielleicht eine Scheinträchtigkeit, denn was das Geschehen mit meiner Tochter und das Körbchen betrifft, wollte sie anscheint ihr "Nest" verteidigen.

Ob wir uns vergriffen haben oder nicht, die Hündin ist jetzt da und wir möchten sie nicht aufgeben. Anderseits, möchten wir auch nicht ständig aufpassen müssen um zu vermeiden, dass jemand irgendwann richtig gebissen wird!

Leider muss ich zugeben, dass das notwendige Geld für die Hundeschule/Verhaltensberatung bei uns im Moment sehr knapp ist. 
Nichts desto trotz würde ich mich sehr bemühen und mir die Zeit nehmen, wüsste ich, was zu tun ist, um ihr diese Verhaltensmacken artgerecht abzugewöhnen. Ich habe ihr alles bis jetzt liebevoll aber konsequent beigebracht und das hat bis jetzt gut funktioniert, also, ich glaube, ich kriege auch das hin. 

Deswegen suche ich sachliche Hinweisungen und Rat, denn es ist uns absolut wichtig, einen zuverlässigen Hund in der Familie zu halten, der entspannt hier leben könnte, ohne sich bedroht zu fühlen, wenn keine reale Bedrohung da ist, denn so dürfen wir auch entspannt Besuch (besonders von Kindern!) kriegen.

Ich freue mich auf Tipps und Austausch!

Danke 
Tina

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07.04.2011
17:41

Nina

Nina

17 Beiträge

Mitglied seit: 3/2010

RE: Bei Kindern und Besuch wird der Traumhund zum Problem....

Hallo Tina,
aus der Ferne lässt sich das Verhalten deinse Hundes natürlich nur schwer einschätzen, z.B. ob das Verhalten nur bei bestimmten Situationen auftritt oder was die genaue Ursache etc. ist.
Aber da sie nun schon mehrmals auf deine Kinder losgegangen ist, würde ich dir dringend empfehlen Kontakt zu einem guten Hundetrainer aufzunehmen, der euch hierbei weiterhilft. V.a. um zu vermeiden dass jemand ernsthaft verletzt wird. Ich denke, dass selbst wenn du dich sehr bemühst und dir viel Zeit nimmst, es für dich als Anfänger sehr schwer wird, dies alleine zu bewältigen. Je länger du wartest desto eher könnte es auch passieren, dass sich dieses Verhalten bei deinem Hund stabilisiert.
Es ist natürlich so, dass ein guter Hundetrainer auch Geld kostet, aber vielleicht kannst du dich einmal beim örtlichen Tierheim nach Hilfe erkundigen.
Viele Grüße
Nina

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